Furusato gewinnt die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb von DOK Leipzig.

Die Jurybegründung:
„Obwohl Deutschland den Atomausstieg beschlossen hat, wird in Polen nahe der deutschen Grenze ein Atomkraftwerk gebaut werden, außerdem hat schon Tschernobyl ein Viertel der Welt für Jahrhunderte verstrahlt.
Wie eine der bedeutendsten Industrienationen der Welt mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima umgeht, bis heute überfordert ist, weiterhin tagtäglich versagt, wie Überlebende ihre Heimat nicht verlassen wollen oder können, mit absehbaren Folgen für die eigene Gesundheit und die nachfolgender Generationen, wie diese Menschen – ob jung, ob alt – vertröstet, belogen, im Stich gelassen werden – das alles hat auf unbequeme, verstörende und hochkomplexe Weise der Regisseur und sein mutiges Team zu einem eindrücklichen dokumentarischen Filmkunstwerk verdichtet.“


Furusato 古里 erzählt von der ungewöhnlichen Beziehung zwischen einer Landschaft und ihren Bewohnern. Seit über tausend Jahren ist die überbordende Natur der Ostküste Japans tief mit dem Leben der Menschen verwoben. Hier ist die Erde heilig, nun aber von einer unsichtbaren Gefahr durchseucht. Für diejenigen, die sich entschieden haben trotzdem zu bleiben, ist die Küstenlandschaft rund um den zerstörten Reaktor von Fukushima Daiishi ihre Heimat – ihr Furusato 古里.

Die erste Landschaft, die sie als Kinder gesehen haben und die letzte, die sie vor ihrem Tod sehen werden. Indem der Film diesen Ort der evakuierten Zone als verwundete Landschaft zeichnet, schafft er ohne weitere Erklärungen ein tiefes Verständnis für die Schönheit dieser japanischen Idee von Heimat.

Hier geht es nicht um Halbwertszeit. Hier geht es um die Ewigkeit.

 

Synopsis
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